Archiv 2016
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#26 - Winter 2016
Liebe Freunde und Gäste
Winterstille – Winterruhe – Winterschlaf. Im Winter ist es unendlich
ruhig am Frances Lake. Nur wenige Geräusche ertönen durch die
tief
verschneite Winterlandschaft. Am ehesten hört man den Wind durch den
Wald rauschen und dann sind da vor allem die eigenen Geräusche: das
Knirschen beim Laufen auf hartem Schnee oder das sanfte Floppen der
Schneeschuhe im pulvrigen Schnee und der wischende Ton der
Langlaufskier. Auch in der Tierwelt ist es in der kalten und dunkleren
Jahreszeit ruhiger. Viele Tiere machen eine energiesparende Winterruhe
oder sogar einen Winterschlaf. Der Grossteil der Vögel nutzt ihre
fliegerische Freiheit und zieht im Herbst in den Süden oder ans offene
Meer. Anzeichen von Tieren sehen wir an den interessanten Spuren im
Schnee. Oft kreuzen wir die Wegspur von Elch, Wolf, Hase, Marder,
Eichhörnchen und Schneehuhn.

Trotz Winterruhe haben wir immer wieder sehr aktive Phasen. Dieses Jahr
erledigten wir die seit langem anstehenden Arbeiten an unserem
Winterzugangsweg. Die Schneeschuh-
bzw. Skidooroute von der Strasse zu
uns nach Hause schlängelt sich 10 km durch Waldbrandgebiet,
Sumpfgelände und dichtes Gebüsch. Ausgerüstet mit Motorsäge,
Heckenschere und Schaufel räumten wir Fallholz aus dem Weg, schnitten
Stauden und nahmen Wegbegradigungen vor. Mit der besseren Wegführung
konnten wir den Wintertrail um mehrere 100 Meter abkürzen, mühsame
Hangtraversen eliminieren und der ausgeholzte Trail vereinfacht uns das
Nachhausekommen enorm. Ein weiterer positiver Nebeneffekt dieser
Ausholzarbeiten war, dass wir gleichzeitig wunderbares Brennholz
erhielten.

Der diesjährige Winter war im Yukon überdurchschnittlich warm.
Die
sonst üblichen Kälteperioden unter minus 35 Grad fehlten ganz. Die
Schneemenge am Frances Lake war mit rund 50 cm auch eher gering, aber
der Schnee äusserst locker. Dies führte dazu, dass wir anstrengende
Schneeverhältnisse zum Schneeschuhlaufen hatten und zudem war auf dem
See an vielen Stellen hartnäckiger "Overflow". Dies ist durch
Spannungsrisse im Eis aufquellendes Seewasser, das sich dann in Form
von flüssigen Wasserlachen über dem rund 80 cm dicken Seeeis seitwärts
ausbreitet. Da darüber aber noch eine isolierende Schneedecke liegt,
gefriert das Wasser nur sehr langsam wieder (Tage bis Wochen) und ist
zudem von oben kaum sichtbar. Diese flüssige Wasserschicht kann von
wenigen Zentimetern bis zu einem halben Meter tief sein. Man kann zwar
nicht ertrinken darin, es ist aber dennoch sehr tückisch und schränkt
unsere Mobilität auf dem See ein. Denn die Schneemobile können im
Pflotsch steckenbleiben und auch zu Fuss kann man durchaus mal einen
Stiefel Wasser rausziehen, was bei den kalten Aussentemperaturen gar
nicht lustig ist.

An einem milden Wochende gingen wir kurzentschlossen in
die "Ferien"
gleich um die Ecke. Genauer gesagt nächtigten wir ein paar Mal in
unserem selbst gebauten Selbstversorger-Blockhaus
auf der anderen Seite
der Halbinsel. Viele Erinnerungen an die anstrengende Bauzeit wurden
wach, aber wir konnten auch die schönen Seiten mal so richtig
geniessen. Und auch nach unserem persönlichen Wintertest können wir
sagen: es ist ein wunderschönes, heimeliges und praktisches Cabin. Was
gibt es Schöneres, als nach einem erfüllten Wintertag abends vor dem
knisternden Holzofen zu sitzen, bei Kerzenschein aus dem Fenster zu
schauen wie die Nacht hereinfällt und es leise zu schneien beginnt. Für
den kommenden Sommer haben wir übrigens noch viel Freiraum im Selbstversorger-Cabin.

Ja, die kommende Sommersaison naht in
Riesen-Schritten. Auf der Lodge haben wir
insbesondere noch Ende Juni Freiräume, vom 8. – 14. August,
sowie ab Ende August
bis zum 20. September (Saisonende). Auch unsere Yusezyu
River Kanutour,
als Teil des Wild Yukon-Programms,
ist noch nicht vollständig ausgebucht und insbesondere eine
Einzelperson oder eine Dreiergruppe ist sehr willkommen, um eine
vollständige Zweierbesetzung in den Kanus zu erhalten. Deshalb
offerieren wir die diesjährige Yusezyu River Kanutour für
eine Einzelpersonen ohne
Einzelzuschlag oder mit 10% Ermässigung für eine
Dreiergruppe!
Herzliche Grüsse und bis bald...
Andrea & Martin Laternser
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#27 - Juli 2016
Liebe Freunde und Gäste
Mittlerweilen ist der Sommer voll im Gang. Bei
vorwiegend sonnigem und
angenehm warmem Wetter (bis 30°C) geniessen unsere Gäste ihre
Urlaubstage bei uns am Frances Lake. Die heimelig-familiäre Atmosphäre
und das gute Essen, die wohltuende Ruhe und viel Zeit für Entspannung,
schöne Bootsausflüge auf dem weitverzweigten See oder aktives Erleben
per Kanu und zu Fuss inmitten unberührter Natur. Bereits Anfang Juli
plantschen die ersten Gäste (Kinder) bei noch kühlen 16°C im See herum
und ab Mitte Monat (18°C) getrauen sich auch die ersten Erwachsenen ins
erfrischende Nass.

Nach dem äusserst milden Winter erwachte die Natur rund 3
Wochen früher
als normal aus dem Winterschlaf. Der Schnee war Mitte April bereits
weitgehend weg. Der See war schon ab dem 6. Mai eisfrei. Mitte Mai
begannen die Pappeln das Laub zu treiben und bald darauf blühten die
ersten Blumen. Ein Strandläufer-Pärchen brütete nur zwei Meter vor dem
Lodgeeingang und die Schneehasen hatten zahlreichen Nachwuchs. Es
blüht, huscht, spriesst und zwitschert rund um unsere Lodge. Die Natur
explodiert förmlich und geniesst ihre Zeit in vollen Zügen während dem
kurzen, aber intensiven nordischen Sommer.

Diesen Frühling waren wir ein paar Wochen unterwegs im Süden auf
Vancouver Island und entlang der B.C.- und Alaska-Küste. Sehr schöne
Landschaften mit viel Wald und (für uns Yukoner) aufregend grossen
Bäumen. Zu Fuss, per Kanu und auf ausgedehnten Fährfahrten erkundeten
wir wilde Küsten und mossbewachsene Regenwälder. Doch unsere Freude war
oftmals stark getrübt und wir waren zu tiefst erschreckt und betroffen
über das gewaltige Ausmass der Holzwirtschaft. Rund
die Hälfte aller gemässigten
Regenwälder weltweit wachsen entlang der Pazifikküste von
Alaska – Britisch Kolumbien – Washington – Oregon bis ins nördliche
Kalifornien und gehören zu den grössten Biomasse-Produzenten unseres
Planeten. Doch im Laufe der vergangenen 150 Jahre sind bereits
90% des ursprünglichen Waldbestandes gerodet worden. Zwar
wächst der Wald
wieder nach, aber es dauert rund 1000 Jahre bis das voll
funktionierende Regenwald-Ökosystem wieder hergestellt ist. Die
grossen Waldgebiete unserer Erde (gemässigte und
tropische
Regenwälder, sowie
die borealen Nadelwälder in Kanda und Russland) sind zentral
fürs
Überleben der Menschheit und der Natur, denn sie sind direkt
oder
indirekt hauptverantwortlich für die Produktion von Sauerstoff,
sauberem Trinkwasser, einem Grossteil unserer Nahrungsmittel sowie für
ein lebensfreundliches Weltklima.

Unsere Reise in den Süden hat uns sehr nachdenklich gemacht über den
Umgang der stark wachsenden Weltbevölkerung mit natürlichen Ressourcen
wie Wald, Boden, Wasser, Luft, fossilen Brennstoffen und Mineralien.
Ein Umdenken (und Handeln!) tut dringend Not. Ein erster Schritt dazu
ist das Erkennen der Problematik. Der Blick zum Fenster raus während
einem Flug von Vancouver nach Whitehorse entlang der Pazifiküste bei
schönem Wetter gewährt einen ersten Eindruck von den zahlreichen und
riesigen Kahlschlag-Gebieten. Eine gemächlichere und landschaftlich
äusserst reizvolle Alternative bietet eine Fährfahrt von
Seattle/Vancouver entlang der Inside Passage nach
Skagway (Alaska) und
weiter mit Eisenbahn und Bus nach Whitehorse. Insbesondere im
Frühsommer (Mai/Juni) können wir diese Strecke sehr empfehlen, denn die
Küstengebirge sind noch schön schneebedeckt und es hat noch nicht so
viele Touristen...

Schliesslich möchten wir in diesem ökologisch betonten Newsletter auch
noch auf eine Yukon-hausgemachte Problematik aufmerksam machen. Seit
Jahren schwelt ein Konflikt zwischen der Bevölkerung und der Regierung
über die zukünftige Landnutzung im Einzugsgebiet des Peel
Rivers im
Norden des Yukon Territoriums. Die Regierung möchte ein 68'000 km2
grosses, weitgehend intaktes Wildnisgebiet (1.6 mal so gross wie die
Schweiz) zu 70% für die Erdöl- und Bergbauprospektion freigeben. Die
überwiegende Mehrheit der Bevölkerung möchte einen weitgehenden Schutz
dieses landschaftlich hervorragenden und ökologisch bedeutsamen
Wildnis-Gebietes verwirklicht sehen. Zwei Gerichtsentscheide haben den
Schutz-Befürwortern bereits recht gegeben und nächstes Jahr wird der
endgültige Entscheid vom obersten kanadischen Gerichtshof erwartet. Auf
Protect
The Peel
finden Sie detaillierte
Informationen und wir möchten Sie dazu einladen mit der
Petitions-Unterzeichnung Ihre Sympathie zu einem wichtigen
Naturschutzprojekt Kanadas auszudrücken. Auch Stimmen aus Übersee sind
wichtig. Vielen herzlichen Dank!
Mit besten Grüssen
Andrea & Martin Laternser
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#28 - Jahresrückblick 2016
Liebe Freunde und Gäste
Das Jahr 2016 bescherte uns im Yukon einen sehr frühen und
warmen
Frühling und Sommer. Nach dem milden Winter brach das Eis auf
dem
Frances Lake drei Wochen früher auf als üblich. Auch die Vegetation
spriesste dementsprechend früher und mit dem angenehmen Sommerwetter
wirkte sich das auf den weiteren Vegetationszyklus aus: Blüten, Beeren
und Früchte sowie die Herbstfärbung – alles kam ein paar Wochen früher
als normal. Auch die Mücken waren kaum ein Thema dieses Jahr und schon
bald wieder verschwunden. Der frühe Frühling und der schöne, warme
Sommer waren ein wahrer Genuss.

«Ich will aber nicht weg von hier!»
Das waren die klaren Worte des 8-jährigen Wilko aus Toronto am Ende der
Ferienwoche auf der Lodge. In der vergangenen Saison verbrachten
etliche Familien ihren Urlaub bei uns
in der Yukon-Wildnis. Die Kinder
und Jugendlichen genossen die einmaligen Erlebnisse und die grenzenlose
Freiheit, die die Natur hier bietet, und konnten sich auch ohne
Smartphone bestens beschäftigen. Und natürlich kamen auch die Eltern
voll auf ihre Rechnung mal etwas mehr Zeit für sich selber zu haben. So
erlebten alle unsere Gäste ihre ganz persönlichen magischen Momente,
sei es beim Bau eines Flosses, beim Sonnenuntergangsbummel um die
Lodge, auf abenteuerlicher Kanutour, beim Angeln und die Zeit
vergessen, oder beim Beobachten von Tieren. Dies reflektiert sich auch
in diversen Gästebucheinträgen und Zuschriften:
«Notre séjour à Frances Lake restera
la plus belle étape de notre voyage et c'est
grâce à vous que l'envie
de revenir est déjà dans nos projets.»
(Annick & Laurent)
«Es waren unglaublich schöne,
interessante, abwechslungsreiche, erholsame
und lehrreiche Ferien. Wir
können das allen nur empfehlen!»
(Monika & Stefan)

Exklusiven Besuch erhielten wir an einem lauen Augustabend. Im Schein
der letzten Sonnenstrahlen spazierte ein prächtiger Luchs
dem Ufer
entlang Richtung Lodge. Irgendwann verschwand er dann aber doch – etwas
skeptisch über all die Zuschauer, Boote und Blockhäuser – unsichtbar im
Wald. Hingegen schwammen zweimal Schwarzbären ganz
unbeirrt und
zielstrebig über die Bucht vor der Lodge – offenbar völlig
desinteressiert am Lodgebetrieb. Ein schönes Erlebnis waren jeweils
auch die vorwitzigen Fischotter, die öfters am
seichten Ufer entlang
schwammen und unter unseren Booten nach jungen Fischen jagten.

In der Vor- und Nachsaison konnten wir einige anstehende Renovationen
und
Erneuerungen durchführen. Insbesondere die neue Dachabdeckung
der
Mainlodge ist uns in lebhafter Erinnerung. Der Transport und die
Arbeit mit der schweren Teerpappe waren physisch sehr anstrengend und
wegen dem gewitterhaften Wetter und dem nahenden Saisonstart arbeiteten
wir unter ziemlichem Zeitdruck. Für die Gäste wahrnehmbar ist vor allem
der neue Stubenboden in der Mainlodge und die Beleuchtung in den
Gästecabins. Dank neuer 12 Volt LED-Lampen und solargespeisten
Batterien haben unsere Gäste in Zukunft ein angenehmes, sanftes Licht
in ihrem Blockhaus. Die ersten Benutzer dieser Beleuchtung schätzten
die moderate Modernisierung und den gewonnenen Komfort sehr.

Leider
haben wir auch eine traurige Nachricht zu verkünden. Am 25.
August 2016 ist Edi Festel, der Gründer der Frances
Lake Wilderness
Lodge, im Alter von 64 Jahren seinem mehrjährigen Krebsleiden
erlegen. Edi war ursprünglich aus Bern und schlug schon bald eine
Abenteurer-Laufbahn ein, die ihn durch viele Bergregionen von Europa,
Asien und Amerika führte. 1985 wanderte er nach Kanada aus und liess
sich in seinem geliebten Yukon Territorium nieder, wo er die Frances
Lake Wilderness Lodge und Nature Tours of Yukon gründete. Später führte
er das River View Hotel in Whitehorse und diente viele Jahre im
Vorstand der Tourism Association of the Yukon. Neben seinem Engagement
im Tourismus war Edi auch ein begeisterter Flugsportler und aktiver
Flieger. Als er 2010 nach Penticton (B.C.) umzog, war er noch jahrelang
aktives Vorstands-Mitglied des Penticton Flying Club. Edi hatte eine
beneidenswerte Gabe zum Organisieren und Motivieren und wir sind ihm
äusserst dankbar für seine Pionierleistungen für den Wildnis-Tourismus
im Allgemeinen und für den Aufbau der Frances Lake Wilderness Lodge im
Speziellen. Ohne ihn wäre der grossartige Platz hier wohl nie
entstanden.
Im
Laufe
des Winters 2016/17 (Oktober bis März) wird der renommierte
Natur- und Reisefotograf Thomas Sbampato seine
neuste Multivisions-Show
«Kanada
Alaska – North of Normal» in Deutschland,
Österreich
und in der
Schweiz präsentieren. Letztes Jahr war Sbampato bei uns auf der Lodge
zu Besuch und seine schönen Herbstbilder und informativen
Video-Sequenzen
vom Frances Lake sind nun in seiner "Best of Show" auf
Grossleinwand zu
sehen. An allen Vortragsdaten in der Schweiz im Januar 2017 sind wir
persönlich vor Ort mit dabei und freuen uns bekannte und neue
Kanada-Fans zu treffen. Die aktuelle Termin-Liste dieser Show der
Extraklasse finden sie Hier.
Wie gewohnt sind wir Ende Januar 2017 auch an der Ferienmesse
Zürich
mit unserem eigenen Stand anwesend. Bereits jetzt kann man sich auf
unserer Homepage über das Lodge-Angebot und das Touren-Programm 2017
informieren. Die kommende Lodge-Saison – übrigens unsere zehnte – ist
bereits gut gebucht. Für Interessenten lohnt sich also eine baldige
Kontaktaufnahme.
Herzliche Grüsse und einen schönen Winter
wünschen
Andrea & Martin Laternser
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