#10 - Frühling 2010
Liebe Freunde und Gäste
Eigentlich sind wir ja komische Yukoner. Im Frühling reisen wir nicht
wie die meisten andern in den Süden, nach Mexiko oder in die Karibik,
sondern fahren weitere 1500 km nach Norden, bis es nicht mehr
weitergeht. Tuktoyaktuk, der nördlichste mit dem Auto erreichbare Punkt
Kanada’s war unser Ziel. Doch das ist nur im Winter möglich, denn die
letzten 200 km führen auf „Eisstrassen“ über gefrorene Flüsse und am
Schluss über den arktischen Ozean. Das Eis ist gegen 2 m dick und darf
mit bis zu 64 Tonnen schweren Lastwagen befahren werden. Somit haben
wir das Mündungsgebiet erreicht, wohin das Wasser vom Frances Lake auf
seiner über 2000 km langen Reise via Liard und Mackenzie River fliesst.
Wären wir im April bei unserem ersten Kanuausflug auf dem Frances River
sitzen geblieben, so wären wir gegen Herbst hin auch hier oben
angelangt!

Während
unserer Frühlings-Rundreise quer durch den Yukon und ins angrenzende
Nordwest Territorium hatten wir die Strassen noch praktisch für uns
allein oder mussten sie höchstens mit Wildtieren teilen. Am Dempster
konnten wir etliche Karibu’s beobachten und auch schon die ersten Bären
waren unterwegs. Die
Zugvögel begannen ihren alljährlichen Zug Richtung Norden und in
Tuktoyaktuk sahen wir sogar ein Erdhörnchen vor einem Iglu posieren!
Weiter im Süden auf Wanderungen im Kluane Nationalpark begegneten wir
Bergschafen, Kojoten und Wapitihirschen. Ein letzter Abstecher an die
Pazifik-Küste in Südost-Alaska brachte uns schliesslich Begegnungen
mit diversen Meerestieren, Seevögeln und Robben.

Mitte Mai kehrten wir zurück auf unsere Lodge. Während der grösste Teil
des Sees noch eisbedeckt war, hatte unsere geschützte Bucht schon
offenes Wasser und lockte viele Wasservögel an. In der warmen
Frühlingssonne begannen zaghaft die ersten Birkenknospen zu spriessen
und gegen Ende Monat schlugen dann plötzlich alle anderen Bäume und
Sträucher aus und das Gras schoss aus dem Boden, so dass innert
Wochenfrist alles Grün wurde. Ein fulminantes Frühlingserwachen!

Das seit Wochen andauernde Prachtswetter nutzten wir intensiv für
diverse Unterhaltsarbeiten. Da die meisten unserer Gebäude auf
Permafrost oder sonst auf instabilem Baugrund stehen, mussten wir
etliche Cabins inklusive der Main Lodge anheben und neu ausrichten.
Desweiteren haben wir Treppen und Brücken erneuert, neue Bänklein und
Blumenkisten gezimmert, Entwässerungsgräben gezogen, die Wege
entwurzelt und frisch gekiest, Bäume und Sträucher zurückgeschnitten,
Innenrenovationen getätigt, frisch angestrichen und natürlich alles
fein herausgeputzt für die kommende Sommersaison.

Auch die Büroarbeit hält uns ständig auf Trab, insbesondere die
Betreuung unserer Homepage. So haben wir kürzlich Ausrüstungslisten für
Lodgeaufenthalt
und Touren
sowie detaillierte Anfahrtsbeschreibungen
zum Frances Lake aufgeschaltet. Und schliesslich haben wir auch unsere Link-Seite
vollständig neu überarbeitet mit Verweisen auf diverse
nützliche und interessante Seiten.
Und
nun, liebe Gäste, sind wir bereit für Euch und freuen uns Euch die
wunderbare Natur am Frances Lake näher bringen zu dürfen. Wunderbare
Landschaften, historische Besichtigungen, überraschende
Tierbegegnungen, üppiger Pflanzenreichtum, faszinierende
Wetterphänomene ─ und einfach die ganz besondere Atmosphäre und
Stimmung am Frances Lake!
Herzliche Grüsse und bis bald
Andrea & Martin Laternser
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